Geschichte

Ascona und der Monte Verità waren seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts (!) gleichzeitig Begegnungsorte und Metaphern für soziales Engagements und kritische Entwicklungen der eigenen Persönlichkeit.

Die Geschichte der Balintarbeit auf dem Montè Verita wird als Ascona Modell bezeichnet.

Dieses Modell steht für „Training cum research in relationship“ (M. Balint). Situationen, Begegnungen und Wirkungen in der Medizin, in Klink und Praxis  waren und sind das Thema dieser Arbeit auf dem Monte Verità, dem  „Berg der Wahrheit“ oberhalb von Ascona.

Über positive Entwicklungen wie über Defizite in der Aus-, Weiter- und Fortbildung wurde in einem internationalen Rahmen diskutiert, auch über die Möglichkeiten und Chancen der Balintarbeit.

An diesem Austausch beteiligten sich Studierende der Medizin, Ärzte, Psychologen, Dozenten vieler Fachrichtungen. Diskutiert wurden „Pro und Contra“ der bio-medizinischen und der bio- psycho-sozialen Medizin, zusammen gedacht ein ganzheitliches Modell.

Zentraler Focus der Balint Arbeit ist die Arzt- Patient Beziehung. Schwerpunkte dieser Gespräche sind „Situationen, Begegnungen und Beziehungen in der Medizin“.

Die Geschichte der Balintarbeit in Ascona beginnt mit dem Buch von Michael Balint der „Arzt, sein Patient und die Krankheit“.

Unmittelbar nach der Lektüre dieses Buches flog Professor Boris Luban–Plozza  zu M. Balint nach London. Er war von dem Buch „wie von einem Blitz getroffen worden.“

Der Gegenbesuch Balint’s ins schöne Tessin führte zu regelmäßigen Treffen, aus denen sich größere Meetings und Kongresse ergaben und die Maitreffen der Anamnesegruppen, d.h. der Studierenden, die sich dieses Neuland zu erarbeiten versuchten.

Die Internationalen Balinttagungen wurden seit dem Beginn der neunziger Jahre in verschiedenen europäischen Städten organisiert: Szeged/ Südungarn 1990; Graz 1992; Aachen, 1993; Budapest, 1996. 

Bei den Internationalen Balintkongressen in Berlin 2003, Stockholm 2005, Lissabon 2007, Brasov 2009, Philadelphia 2011, Heidelberg 2013 und in Metz 2015 präsentierten die Gewinner des Ascona-Studenten-Balint Preises ihre Arbeiten über Begegnungen mit Patienten in Klinik oder Praxis. Sie reflektierten die jeweils positiven Erfahrungen, aber auch die Versäumnisse einer beziehungslosen Medizin.

Der Ascona-Balint Preis wurde seit Mitte der siebziger Jahre regelmäßig für Medizinstudenten auf nationaler und internationaler Ebene ausgelobt. (siehe auch home pages der DBG www.balintgesellschaft.de, der IBF www.balintinternational.com, der Stiftung Ascona www.stiftung-ps.com.

Das Ascona Modell als ein Aus-, Fort- und Weiterbildungsmodell für Studierende der Medizin und Psychologie, sowie für Ärztinnen und Ärzte wird weiter von der  „Stiftung Psychosomatik und Sozialmedizin“ gepflegt. 

Die „Stiftung Psychosomatik und Sozialmedizin“ verwaltet das Stiftungsvermögen, und organisiert Tagungen und Symposien.

Besonders gefördert werden wissenschaftliche Untersuchungen, Weiterentwicklungen und Umsetzungen der Ideen und Methoden von psychosozialen Konzepten in der Medizin.

Themen und Orte der Ascona – Gespräche:
  • 1967 Minusio “ Esplanade“ + Ascona „M. verità”-  Michael und Enid Balint

    Thema: “ Der psychosomatische Kranke”

  • 1968 Ascona- “Casa Incontro“ – J.A. M. Meerloo

    Thema: “ Angoise e peur”

  • 1968 Ascona – “ Casa incontro”-  Michael und Enid Balint

    Thema: “Entwicklung und Erziehung”

  • 1969 Ascona – “ Casa incontro”-  Michael und Enid Balint

    Thema: “Haus der Begegnung”

  • 1973 Ascona- M. verità

    Thema: „ Beziehungsdiagnostik in der Praxis“

  • 1974 Ascona- M. verità

    Thema: „Der Arzt und das Spital: Neue Beziehungsmöglichkeiten dank Balint in der Ausbildung“.

  • 1975 Ascona- M. verità – (mit Enid Balint)

    Thema: „ Der Einfluss der Balintgruppe auf die Veränderung beim Patienten und beim Arzt“

  • 1976 Ascona- M. verità – (mit Enid Balint)

    Thema: „Sehen und Hören in der Medizin“.

  • 1976 Ascona “Fromm Wiese”) – Erich Fromm

    Thema: “ Fallbezogenes Seminar“

  • 1977 Ascona- M. verità – (mit Enid Balint)

    Thema: „Studenten und Ärzte im Training“

  • 1978 Ascona- M. verità

    Thema: Balint Gruppen: Konzept und Methode +„Gehirn und Geist“ mit einem Beitrag des Nobelpreisträger Sir John Eccles.

  • 1979 Ascona- M. verità

    Thema: „ Sprechen und Antworten in der Arzt Patient Beziehung“

  • 1980 Ascona- M. verità

    Thema: „ Psychosomatische Symptome in der Beziehung“

  • 1983 Ascona- M. verità

    Thema: „ Asconauten und Ackerbauern“ – studentische und ärztliche Generationen über patientenzentrierte Gruppenarbeit.“

  • 1984 Ascona- M. verità

    Thema: „Zwischen Leiden und Hoffen“

  • 1985 Ascona- M. verità

    Thema: „Patient und Therapeut in der Langzeit-Behandlung und -Begleitung“

  • 1986 Ascona- M. verità

    Thema: “Patient, Arzt, Familie in Umgang mit Schmerz und Angst“

  • 1987 Ascona- M. verità

    Thema: „Abhängigkeit und Befreiung“

  • 1988 Ascona- M. verità

    Thema: „Gedankenaustausch zu Problemen der Arzt- Patient-Beziehung“

  • 1989 Ascona- M. verità

    Thema: „Der alternde Mensch und sein Arzt“

  • 1990 Ascona- M. verità

    Thema: „Der chronisch Kranke als Herausforderung“

  • 1991 Ascona- M. verità

    Thema: „Psychosomatik in der medizinischen

  • Primärversorgung“

  • 1992 Ascona- M. verità

    Thema: „Die Beziehung zum depressiven Patienten in der Therapie“

  • 1993 Ascona- M. verità

    Thema: „Der alternde Mensch und sein Umfeld“

  • 1993 Klinikum Aachen

    Thema: „Die Dimensionen der Balintarbeit“.

  • 1994 Ascona- M. verità

    Thema: „Kunst und Therapie“ / „Wege zur Gesundheit am Monte Verità“

  • 1995 Ascona- M. verità

    Thema: „Von der Kunst der Begegnung“

  • 1996 Ascona- M. verità

    Thema: „Der depressive Patient und seine Behandlung“

  • 1997 Ascona- M. verità

    Thema: „Stress als Herausforderung“

  • 1998 Ascona- M. verità

    Thema: „Psychosomatik und Balintarbeit“

  • 2000 Ascona- M. verità

    Thema: Integrierte Psychosomatik“

  • 2001 Ascona- M. verità

    Thema: „Die Arznei des Patienten und die Arznei des Arztes.“

  • 2003 Berlin/ 13. Int. Balint Congress

    Thema: “The Doctor, the Patient and their well-being- world wide”

  • 2004 Ascona- M. verità

    Thema: Psychosomatische Medizin und die Synergetik komplexer Systeme – Das Ascona Modell im 21. Jahrhundert

  • 2005 Stockholm/ 14. Int. Balint Congress

    Thema: Balintwork in a time of change and crisis in the health care system (37)

  • 2006 Ascona- M. verità

    Thema: “ Neue Wege in der Psychosomatik: Auf der Suche nach der verlorenen Vernunft und dem rechten Maß in der Medizin“

  • 2007 Lissabon/ 15.  Int. Balint Congress

    Thema: „Medicine, Evidence and Emotions, 50 Years on …“ (38)

  • 2008 Ascona- M. verità + Locarno

    Thema: „La Musica e giovanni - Musik ist jung.“

  • 2009 Brasov/ Rumänien/ 16. Int. Balint Congress

    Thema: „Balintwork and globalisation" (39)

  • 2011 Philadelphia/ USA / 17. Int. Balint Congress

    Thema: „The Heart of Patient-Centered Care“

  • 2013 Heidelberg/ 18. Int. Balint Congress

    Thema: „Attachment and Relationship“

  • 2015 Metz/ Frankreich/ 19. Int. Balint Congress
  • Thema: "Importance of the PatientDoctor relationship in contemporary health care - the relevance of Balint work"
  • 2017 Oxford/ UK/ 20. Int. Balint Congress        06.-10. September 2017